„Nicht von dieser Welt“ – Musik für die Seele beim Weihnachtskonzert in St. Johann Donaueschingen
Chöre St. Paulus und Canticolino München musizierten mit der Cappella Musicale
Eine vollbesetzte Stadtkirche St. Johann bot die Kulisse für das besondere Weihnachtskonzert am 5. Januar 2026, das die Chöre St. Paulus und Canticolino aus München zusammen mit der Cappella Musicale Donaueschingen darboten.
Nach Prozession der Sängerinnen und Sänger in den Chorraum der weihnachtlich geschmückten Barockkirche erklang unter Mitwirkung der Streicher der Camerata la fonte das mehrstimmige Weihnachtslied „O du fröhliche“.
Nach Prozession der Sängerinnen und Sänger in den Chorraum der weihnachtlich geschmückten Barockkirche erklang unter Mitwirkung der Streicher der Camerata la fonte das mehrstimmige Weihnachtslied „O du fröhliche“.
Die danach aufgeführten Werke entstammen allesamt berühmter Organisten an der Pariser „Eglise de la Madeleine“. Patricia Ott spielte an der Mönch-Orgel zunächst den „Marche C-Dur“ von Lous J. A. Lefébure-Wély, während die Chöre sich auf den Weg zur Orgelempore machten, um von dort aus die weiteren Vokalwerke, zunächst „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Fauré, eines Schülers von Saint-Saëns, zusammen mit Instrumentalisten aufzuführen. Fauré hat dieses einzigartige dreistrophige Gebetslied, das auf einem ambrosianischen Hymnus basiert, bereits als Jugendlicher mit 19 Jahren komponiert und damit einen Kompositionswettbewerb gewonnen. Es zeichnet sich durch eine farbenprächtige und bildreiche Sprache aus, worin das Lob Gottes, die Anrufung seiner lebendigen Macht und die Bitte um seine Gnade besungen wird, und ist in einer schwebenden Harmonik komponiert. Zusammen mit seinem später entstandenen Requiem zählt es zu den beliebtesten Werken des Komponisten.
Das Hauptwerk des Konzertabends, „Oratorio de Noël“, das der damals 23jährige Camille Saint-Saëns kurz nach seinem Amtsantritt als Organist an der „Eglise de la Madeleine“ in wenigen Tagen komponiert hat, basiert nicht nur auf der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte, sondern bindet auch Texte aus Psalmen und Büchern der Propheten mit ein. Mit einer deutlich kleineren Besetzung als Bachs gleichnamiger Klassiker überzeugt es nicht durch pompöse Prachtentfaltung, sondern durch beschaulichen, in sich ruhenden Wohlklang. Die Freude am weihnachtlichen Geschehen wird ausgedrückt durch einen vierstimmigen abgerundeten Chorklang, fünf brillante Solostimmen, ein Streicher-Ensemble, einer engelshaft-überirdischen Harfe und nicht zuletzt durch den französischen orchestral-verstandenen Orgelklang, der mit einprägsamen Schalmeien das Geschehen in eine Hirtenszenerie einbettet.
Nach einem Instrumental-Vorspiel wird bei Saint-Saëns die Engelsbotschaft durch das Solistenquartett vorgetragen, gefolgt vom Chor mit dem „Gloria“. Große Dramatik offenbart ein energischer, fast wilder Streichersatz mit dem Chorgesang „Warum toben die Heiden“, der dann feierlich zur Ruhe kommt mit der Anrufung der Heiligen Dreifaltigkeit. In hochromantischer Weise schmückt die begleitende Harfe die Melodie im Terzett „Tecum principium“. Seinen Höhepunkt erreicht das Oratorium in dem Quintett mit Chor „Consurge, filia Sion“, wo Saint-Saëns die Musik des Prélude wie-der aufgreift und dabei das pastorale Hirtenthema umspannt. Der Wechselgesang zwischen Frauen- und Männerstimmen gleicht einem Weihnachtshymnus, in den der Chor immer wieder mit seinem „Alleluja“ einstimmt. Mit „Tollite hostias“, dem Chorsatz eines schlichten Weihnachtsliedes, schließt das Werk. Die Musizierenden: Sophie Harr, Sopran, Anna-Maria Vonnier, Mezzosopran, Maria Schmitt, Alt, Berthold Schindler, Tenor und Mathieu Lanniel, Bariton. Chöre St. Paulus und Canticolino München, Cappella Musicale Donaueschingen und das Orchester Camerata la fonte. Eva Keller-Schweers, Harfe. An der Mönch-Orgel: Patricia Ott; Leitung: Otmar Bayer, unterstützt durch Thomas Kruse (Ltg. Chor Canticolino).
Die Solisten und Chöre waren für die Aufführung bestens vorbereitet, sodass es nur einer gemeinsamen Probe bedurfte. Sie musizierten mit einem ausgewogenen Klangbild, präziser Intonation, dynamischer Flexibilität und klarer Artikulation.
Mit präzisen Angaben zu den Einsätzen, zu Tempi und Dynamik an die Instrumentalisten, Solisten und der Chöre leitete Otmar Bayer das Konzert mit Bravour.
Patricia Ott spielte Solo-Werke und begleitete die Vokalwerke mit ihrer außergewöhnlichen Virtuosität an der Mönch-Orgel. So wurde der engelhaft rein anmutende Streicher- und Harfenklang besonders durch Klangfarben aus Zungen-Registern orchestral verziert.
Mit präzisen Angaben zu den Einsätzen, zu Tempi und Dynamik an die Instrumentalisten, Solisten und der Chöre leitete Otmar Bayer das Konzert mit Bravour.
Patricia Ott spielte Solo-Werke und begleitete die Vokalwerke mit ihrer außergewöhnlichen Virtuosität an der Mönch-Orgel. So wurde der engelhaft rein anmutende Streicher- und Harfenklang besonders durch Klangfarben aus Zungen-Registern orchestral verziert.
Die Zuhörer waren tief berührt und erfüllt von dieser wahrhaft weihnachtlichen Musik und bedankten sich bei den Musizierenden mit langanhaltendem, stehendem Applaus. Einige Zuhörer drückten ihre Begeisterung über das Konzert mit folgenden Worten aus: „Nicht von dieser Welt“, „Himmlischer Klang“, „Musik in höchster Vollendung“, „Tief beeindruckendes Zusammenspiel von Chor, Orchester, Solisten und Orgel“….
Die Zusammenkunft der Chöre aus München und Donaueschingen zum gemeinsamen Musizieren wurde am Vorabend des Konzerts mit einem zünftigen Original Schweizer Käsefondue im Marienhaus gefeiert. Verwandte von Patricia Ott hatten dieses Käsefondue aus der Schweiz mitgebracht, das alle Sängerinnen und Sänger mit dem Urteil „außergewöhnlich köstlich“ genossen haben. Am folgenden Morgen trafen sich die Gäste aus München bei Barbara Leiber zum Frühstück und einem anschließenden Stadtrundgang mit der obligatorischen Begehung der Donauquelle am Fürstlichen Schloss und zum Zusammenfluss der Brigach und Breg, dem Donauursprung.
Nach dem Konzert in der Stadtkirche trafen sich alle Akteure zum Abendessen und zum gemütlichen Ausklang des Festabends im Restaurant Da Carmine. Am darauf-folgenden Dreikönigstag gab es wieder Frühstück bei Barbara, danach kamen noch einige Münchner Sänger zum Gottesdienst in St. Marien, wo sie die Schola und den Chor New Spirit verstärkten, bevor sie die Heimreise nach München antraten oder einige zusammen mit Patricia, Otmar und Sängern der Cappella Musicale sich auf die Reise nach Paris, u.a. zum Orgel-Konzert am Abend mit Vincent Dubois in der Kathedrale Notre Dame, begaben. Aufgrund der frühen Abreise nach Paris musste Patricia die musikalische Leitung des Gottesdienstes früher beenden, wonach dankenswerter Weise Giuseppe DelCastillo die weitere musikalische Begleitung übernommen hat. Die Sängerinnen und Sänger tauschten ihre große Freude über den gut gelungenen gemeinsamen Auftritt aus und wünschten sich ein musikalisches Wiedersehen in München oder Donaueschingen.
Bericht von Ulrich Christ









